Welche Komfortkriterien sollte ein Planer bei Hallen mit wechselnden Arbeitsplätzen berücksichtigen?

Weißer Textilluftschlauch hängt von der Decke einer modernen Industriehalle mit Stahlkonstruktion und Betonboden.

Bei Hallen mit wechselnden Arbeitsplätzen müssen Planer vor allem drei Komfortkriterien im Blick behalten: gleichmäßige Luftverteilung über die gesamte Hallenfläche, dauerhaft zugfreie Strömungsverhältnisse an allen möglichen Aufenthaltsorten und eine konstante Raumluftqualität unabhängig von wechselnden Lastszenarien. Diese Anforderungen gelten unabhängig davon, ob Personen an festen Stationen oder flexibel in der Halle arbeiten. Die folgenden Abschnitte beleuchten die relevanten Normen, technischen Grenzen und praktischen Planungsparameter im Detail.

Welche Normen und Richtwerte gelten für Hallen mit wechselnden Arbeitsplätzen?

Für Hallen mit wechselnden Arbeitsplätzen sind vor allem die DIN EN 13779, die DIN EN 16798 sowie die Arbeitsstättenregel ASR A3.6 maßgeblich. Diese Regelwerke definieren Anforderungen an Luftmenge, Luftwechselrate, Temperatur und Raumluftqualität. Da Aufenthaltsbereiche nicht fest definiert sind, muss die gesamte Nutzfläche als potenzieller Arbeitsbereich behandelt werden.

Die ASR A3.6 schreibt für körperlich leichte Tätigkeiten eine Mindestluftmenge von 20 m³ pro Person und Stunde vor. Bei mittelschwerer Arbeit steigt dieser Wert auf 40 m³/h. Entscheidend für Hallen mit wechselnden Arbeitsplätzen ist, dass diese Werte flächendeckend erfüllt werden müssen, nicht nur an vorab definierten Stellen. Die DIN EN 16798 ergänzt dies um Anforderungen an CO₂-Konzentration, Feuchte und Temperaturverteilung.

In der Praxis bedeutet das: Ein Lüftungskonzept, das nur einzelne Zonen versorgt, genügt den normativen Anforderungen nicht. Gefragt sind Systeme, die die Luft flächig und gleichmäßig in die gesamte Halle einbringen, ohne dabei lokale Überversorgung oder Unterversorgung zu erzeugen.

Wie wirkt sich eine ungleichmäßige Luftverteilung auf Hallenbeschäftigte aus?

Eine ungleichmäßige Luftverteilung in der Halle führt zu thermischen Inseln, erhöhter Zugluftbelastung an bestimmten Stellen und schlechterer Raumluftqualität in schlecht versorgten Bereichen. Das Ergebnis sind Komforteinbußen, erhöhte Ermüdung und im Extremfall gesundheitliche Beschwerden wie Kopfschmerzen oder Atemwegsreizungen.

Besonders problematisch ist die Situation bei wechselnden Arbeitsplätzen, weil Beschäftigte nicht vorhersehbar in gut oder schlecht versorgten Zonen arbeiten. Wer heute an einem zugigen Strömungskanal steht und morgen in einem schlecht belüfteten Bereich, erlebt stark schwankende Bedingungen, die weder planbar noch tolerierbar sind.

Hinzu kommt der Effekt der thermischen Schichtung: Warme Luft steigt auf, kühle Luft sinkt ab. Ohne aktive Gegenmaßnahmen entstehen Temperaturdifferenzen zwischen Kopf- und Fußbereich, die laut geltender Norm maximal 3 K betragen dürfen. Wird dieser Wert überschritten, sinkt das Wohlbefinden messbar, und die Produktivität leidet entsprechend.

Was versteht man unter Zugfreiheit und welche Grenzwerte sind maßgeblich?

Zugfreiheit beschreibt den Zustand, in dem Personen im Aufenthaltsbereich keine störende Luftbewegung wahrnehmen. Maßgeblich ist dabei die Strömungsgeschwindigkeit in Aufenthaltshöhe: Laut DIN EN 13779 und ISO 7730 gelten Luftgeschwindigkeiten von unter 0,15 m/s im Sitzbereich und unter 0,25 m/s im Stehbereich als zugfrei.

Diese Grenzwerte klingen gering, sind aber in der Praxis anspruchsvoll zu erreichen, wenn konventionelle Lüftungsauslässe mit Düsen oder Schlitzen eingesetzt werden. Dort tritt Luft mit hoher Geschwindigkeit aus und wird erst durch Induktion und Mischung abgebremst. Gelingt das nicht vollständig, entstehen lokale Zugzonen, die genau dann problematisch werden, wenn sich Personen unerwartet in diesen Bereichen aufhalten.

Für Hallenbelüftung mit wechselnden Aufenthaltsbereichen ist Zugfreiheit kein optionales Komfortmerkmal, sondern eine normative Grundanforderung, die über die gesamte Nutzfläche einzuhalten ist.

Welche Luftauslass-Systeme eignen sich für wechselnde Aufenthaltsbereiche?

Für Hallen mit wechselnden Arbeitsplätzen eignen sich besonders Systeme, die Luft flächig und mit geringer Ausströmgeschwindigkeit in den Raum einbringen. Dazu zählen textile Luftverteilsysteme, Quelllüftungsauslässe und Deckenquellluftgeräte. Konventionelle Drallauslässe oder Schlitzdüsen sind für diese Anwendung nur eingeschränkt geeignet, weil sie auf definierte Aufenthaltsbereiche ausgelegt werden müssen.

Textile Lüftungssysteme arbeiten über die Permeabilität des Gewebes: Die Luft tritt gleichmäßig über die gesamte Oberfläche des Schlauchs aus, mit Ausströmgeschwindigkeiten, die deutlich unter den zulässigen Zuggrenzwerten liegen. Das ermöglicht eine flächendeckende Versorgung ohne lokale Strömungsspitzen, selbst wenn Personen direkt unterhalb des Systems arbeiten.

Die Funktionsweise textiler Luftschläuche basiert auf diesem Prinzip: Statt wenige, stark strömende Auslässe zu verwenden, verteilt das System die Luft über Meter und Zonen hinweg gleichmäßig. Das ist für Hallen mit undefinierten Aufenthaltsorten ein entscheidender Vorteil gegenüber punktuellen Auslasskonfigurationen.

Welche Planungsparameter sind bei wechselnden Lastszenarien besonders kritisch?

Bei wechselnden Lastszenarien in Hallen sind die Variabilität der Personenzahl, schwankende Wärmelasten durch Maschinen oder Prozesse sowie veränderte Nutzungsmuster die kritischsten Planungsparameter. Ein Lüftungssystem muss diese Schwankungen ausgleichen können, ohne dabei Zugerscheinungen zu erzeugen oder die Raumluftqualität lokal zu verschlechtern.

Konkret bedeutet das für die Planung:

  • Auslegungsreserven einplanen: Das System sollte auf Spitzenlast ausgelegt sein, aber auch bei Teillast zugfrei und effizient arbeiten.
  • Volumenstromregelung berücksichtigen: Variable Volumenstromregler (VAV) ermöglichen eine bedarfsgerechte Anpassung ohne Komfortverlust.
  • Thermische Lasten kartieren: Wärmequellen wie Maschinen, Beleuchtung oder Prozesswärme müssen in der Strömungssimulation berücksichtigt werden.
  • Aufenthaltswahrscheinlichkeiten bewerten: Auch wenn Arbeitsplätze wechseln, gibt es häufig Bereiche mit höherer Aufenthaltswahrscheinlichkeit, die vorrangig versorgt werden sollten.

Ein weiterer kritischer Parameter ist die Einblastemperatur. Bei textilen Systemen mit großer Ausströmfläche kann die Temperaturdifferenz zwischen Zuluft und Raumluft höher gewählt werden als bei konventionellen Systemen, ohne dass Zugerscheinungen entstehen. Das eröffnet Spielraum bei der Auslegung der Kälteleistung und der Betriebszeiten.

Wie lässt sich die Planung für textile Lüftungssysteme in der Praxis umsetzen?

Die Planung eines textilen Lüftungssystems für Hallen mit wechselnden Arbeitsplätzen beginnt mit einer Bedarfsanalyse: Welche Flächen müssen versorgt werden, welche Lasten sind zu erwarten, und welche Normanforderungen gelten? Auf dieser Basis werden Schlauchdurchmesser, Materialpermeabilität, Ausblasrichtung und Aufhängungsgeometrie festgelegt.

Textile Luftschläuche werden individuell für jeden Anwendungsfall ausgelegt. Das umfasst die Auswahl des Gewebetyps je nach Anforderung an Permeabilität und Brandschutz, die Berechnung der Ausströmgeschwindigkeit über die gesamte Schlauchlänge sowie die Positionierung im Hallenquerschnitt. Besonders bei großen Hallen mit unterschiedlichen Deckenhöhen oder Hindernissen ist eine sorgfältige Strömungsberechnung entscheidend.

Für verschiedene Branchen und Anwendungen gelten dabei unterschiedliche Prioritäten: In der Lebensmittelindustrie steht Hygiene im Vordergrund, in Produktionshallen die Robustheit, in Logistikzentren die Flexibilität bei wechselnden Hallenlayouts.

Wie Kienzler Klima bei der Planung für Hallen mit wechselnden Arbeitsplätzen unterstützt

Wir bei Kienzler Klima begleiten Planer, Installateure und Betreiber von der ersten Bedarfsanalyse bis zur fertigen Lösung, die alle relevanten Komfortkriterien erfüllt. Unsere textilen Lüftungssysteme sind speziell dafür ausgelegt, Hallen mit wechselnden Arbeitsplätzen zugfrei, gleichmäßig und normkonform zu versorgen.

Was wir konkret leisten:

  • Individuelle Auslegung jedes Textilschlauchs auf Basis Ihrer Hallendaten, Lastszenarien und Normvorgaben
  • Kurze Lieferzeiten von durchschnittlich 14 Tagen ab Auftragserteilung, produziert in Deutschland
  • Bis zu 60 % Einsparung bei Material- und Installationskosten im Vergleich zu konventionellen Blechsystemen
  • Dauerhafter Brandschutz, chemisch im Garn verankert und nicht auswaschbar
  • Cradle-to-Cradle-Zertifizierung für die gesamte Wertschöpfungskette
  • Mehr als 30 Jahre Erfahrung in der Luft- und Klimatechnik, mit Referenzen aus Industrie, Logistik, Lebensmittelproduktion und mehr

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