Wie plant man die Luftverteilung in einem Mehrfamilienhaus effizient?

Weißer Textil-Luftverteilungsschlauch an moderner Industriedecke mit Stahlkonstruktion, straff gespannt und faltenfrei.

Eine effiziente Luftverteilung im Mehrfamilienhaus gelingt, wenn Volumenstrom, Auslasspositionen und Lüftungskonzept von Anfang an aufeinander abgestimmt werden. Entscheidend ist dabei, die spezifischen Anforderungen jeder Wohneinheit zu berücksichtigen, von der Raumgröße über die Nutzung bis hin zu baulichen Gegebenheiten. Die folgenden Fragen beleuchten die wichtigsten Planungsschritte im Detail.

Welche Lüftungskonzepte eignen sich für Mehrfamilienhäuser?

Für Mehrfamilienhäuser kommen grundsätzlich drei Lüftungskonzepte infrage: die dezentrale Einzelraumlüftung, die zentrale Wohnungslüftung mit Wärmerückgewinnung und die zentrale Gebäudelüftung über ein gemeinsames Kanalnetz. Welches Konzept passt, hängt von Gebäudegröße, Energiezielen und Budget ab.

Bei dezentralen Systemen wird jede Wohneinheit unabhängig belüftet. Das vereinfacht die Installation und macht Mieter unabhängig voneinander. Nachteil: Der Installationsaufwand pro Einheit ist höher, und eine zentrale Steuerung ist kaum möglich.

Zentrale Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung sind bei Neubauten nach aktuellen Energiestandards häufig die wirtschaftlichere Wahl. Sie erlauben eine einheitliche Regelung, reduzieren Wärmeverluste erheblich und lassen sich gut mit textilen Luftverteilsystemen kombinieren, die eine gleichmäßige, zugfreie Luftverteilung in den einzelnen Räumen sicherstellen.

Für Bestandsgebäude mit eingeschränkten Schachtmöglichkeiten bieten sich hybride Ansätze an, die natürliche und mechanische Lüftung kombinieren. Entscheidend ist in jedem Fall eine sorgfältige Planung der Luftführung, bevor Leitungen und Auslässe festgelegt werden.

Wie berechnet man den Luftvolumenstrom für Wohngebäude?

Der Luftvolumenstrom für Wohngebäude wird nach DIN 1946-6 berechnet und richtet sich nach der Grundfläche, der Personenzahl und der Nutzung der Räume. Als Richtwert gilt ein Mindestluftwechsel von 0,3- bis 0,5-fach pro Stunde für Wohnräume, wobei Küchen und Bäder höhere Abluftmengen erfordern.

Die Berechnung erfolgt in mehreren Schritten:

  1. Raumvolumen ermitteln: Länge × Breite × Raumhöhe ergibt das Volumen in Kubikmetern.
  2. Luftwechselrate festlegen: Je nach Nutzung zwischen 0,3- und 1,5-fach pro Stunde.
  3. Volumenstrom berechnen: Raumvolumen × Luftwechselrate = benötigter Volumenstrom in m³/h.
  4. Gesamtbedarf summieren: Alle Wohneinheiten und Gemeinschaftsflächen addieren.

Für ein typisches Mehrfamilienhaus mit mehreren Wohneinheiten à 80 m² und 2,5 m Deckenhöhe ergibt sich pro Wohnung ein Grundvolumen von 200 m³. Bei einem Luftwechsel von 0,5 sind das 100 m³/h pro Einheit, ein überschaubarer Wert, der aber über die gesamte Liegenschaft schnell in relevante Dimensionen wächst. Deshalb lohnt sich eine professionelle Lüftungsplanung für Mehrfamilienhäuser bereits in frühen Planungsphasen.

Wo sollten Luftauslässe im Mehrfamilienhaus positioniert werden?

Luftauslässe im Mehrfamilienhaus sollten so positioniert werden, dass Zuluft in Aufenthaltsräumen wie Wohnzimmern und Schlafzimmern eingebracht und Abluft in Feuchträumen wie Küchen und Bädern abgeführt wird. Dieses Überströmungsprinzip verhindert Zugerscheinungen und sorgt für eine gleichmäßige Luftverteilung.

Konkret bedeutet das für die Positionierung der Luftauslässe:

  • Zuluftauslässe in der Nähe von Außenwänden oder Fenstern platzieren, um Kaltluftabfall zu vermeiden
  • Deckennahe Auslässe bevorzugen, da sich die Luft so gleichmäßig im Raum verteilt
  • Mindestabstände zu Wänden und Möbeln einhalten, um Kurzschlussströmungen zu vermeiden
  • In langen Fluren und Treppenhäusern mehrere kleinere Auslässe statt eines großen vorsehen

Bei textilen Luftauslässen tritt die Luft über die gesamte Oberfläche des Schlauchs aus, mit sehr geringer Ausströmgeschwindigkeit. Das macht eine punktgenaue Positionierung weniger kritisch als bei konventionellen Blechauslässen, weil Zugerscheinungen konstruktionsbedingt weitgehend ausgeschlossen sind.

Was kostet die Installation eines Lüftungssystems im Vergleich?

Die Installationskosten eines Lüftungssystems im Mehrfamilienhaus variieren erheblich je nach Systemtyp. Konventionelle Blechkanalsysteme sind in Material und Montage aufwendig; textile Luftverteilsysteme können hier Einsparungen von bis zu 60 % bei Material- und Installationskosten erzielen.

Die wichtigsten Kostentreiber im Vergleich:

Konventionelle Blechkanalsysteme

Blechkanäle erfordern aufwendige Formstücke, Verbindungselemente und eine sorgfältige Dämmung gegen Kondensation und Schallübertragung. Hinzu kommen längere Montagezeiten, da jedes Segment einzeln befestigt und abgedichtet werden muss. In Mehrfamilienhäusern mit vielen Wohneinheiten summiert sich das schnell.

Textile Luftverteilsysteme

Textile Lüftungsschläuche sind leichter, flexibler und deutlich schneller zu installieren. Sie benötigen keine Dämmung gegen Kältebrücken, da das Textil selbst keine Kondensationsprobleme verursacht. Wartung und Reinigung sind ebenfalls einfacher, die Schläuche lassen sich in der Regel maschinell waschen. Über den gesamten Lebenszyklus betrachtet bieten textile Systeme daher oft die wirtschaftlichere Gesamtlösung für die Luftverteilung im Wohngebäude.

Welche Normen und Vorschriften gelten für die Lüftungsplanung?

Für die Lüftungsplanung im Mehrfamilienhaus ist in Deutschland vor allem die DIN 1946-6 maßgeblich. Sie regelt Mindestluftwechselraten, Planungsgrundlagen und Anforderungen an die Luftqualität in Wohngebäuden. Ergänzend gelten die Energieeinsparverordnung beziehungsweise das Gebäudeenergiegesetz (GEG) sowie Landesbauordnungen.

Die wichtigsten Regelwerke im Überblick:

  • DIN 1946-6: Lüftung von Wohnungen, Mindestanforderungen, Planung und Ausführung
  • GEG (Gebäudeenergiegesetz): Energetische Anforderungen an Neubauten und Sanierungen, relevant für die Auslegung von Wärmerückgewinnungssystemen
  • DIN EN 15251: Raumluftqualität und Lüftung für Nichtwohngebäude, bei Gemeinschaftsflächen anwendbar
  • Brandschutzvorschriften: Brandschutzklappen und Materialanforderungen nach Landesbauordnung und DIN 18232

Besonders beim Brandschutz gibt es strenge Anforderungen: Lüftungskomponenten müssen dauerhaft brandhemmend sein. Bei textilen Systemen sollte darauf geachtet werden, dass der Brandschutz fest im Material verankert ist, nicht nur als Beschichtung, die sich mit der Zeit auswaschen kann.

Wann lohnt sich ein textiles Luftverteilungssystem im Wohnbau?

Ein textiles Luftverteilungssystem lohnt sich im Wohnbau besonders dann, wenn große, offene Grundrisse gleichmäßig und zugfrei belüftet werden sollen, wenn Installationszeit und -kosten ein wichtiges Kriterium sind oder wenn Nachhaltigkeit und Reinigungskomfort eine Rolle spielen.

Textile Systeme eignen sich im Wohnbau vor allem für:

  • Offene Wohn- und Essbereiche mit langen Verteilstrecken
  • Gebäude mit hohen Decken, wo konventionelle Auslässe Zugprobleme verursachen würden
  • Projekte mit Nachhaltigkeitsanforderungen, textile Systeme können Cradle-to-Cradle-zertifiziert sein
  • Sanierungen, bei denen schnelle Montage und geringes Gewicht entscheidend sind

Weniger geeignet sind textile Systeme dort, wo sehr kleine Räume mit wenig Deckenhöhe belüftet werden sollen oder wo extreme Feuchtebelastung ohne ausreichende Reinigungsintervalle zu erwarten ist. Einen umfassenden Überblick über die Einsatzbereiche textiler Lüftungssysteme zeigt, wie breit das Anwendungsspektrum tatsächlich ist.

Wie Kienzler Klima bei der Lüftungsplanung für Mehrfamilienhäuser unterstützt

Wir bei Kienzler Klima entwickeln seit über 30 Jahren textile Lüftungs- und Klimasysteme und wissen, dass kein Mehrfamilienhaus dem anderen gleicht. Deshalb fertigen wir jeden Textilluftschlauch individuell nach den Anforderungen des jeweiligen Projekts, mit einer durchschnittlichen Produktionszeit von nur 14 Tagen. Made in Germany, Cradle-to-Cradle-zertifiziert und dauerhaft brandhemmend durch chemisch verankertes Garn.

Was wir für Ihre Lüftungsplanung im Mehrfamilienhaus leisten:

  • Individuelle Auslegung des Luftvolumenstroms und der Auslasspositionen auf Basis Ihrer Grundrisse
  • Maßgefertigte Textilluftschläuche für gleichmäßige, zugfreie Luftverteilung, auch bei komplexen Grundrissen
  • Bis zu 60 % Einsparung bei Material- und Installationskosten gegenüber konventionellen Blechsystemen
  • Beratung zu Normen und Brandschutz, damit Ihre Planung von Anfang an regelkonform ist
  • Service und Pflege über den gesamten Lebenszyklus des Systems

Sprechen Sie uns an, wir begleiten Ihr Projekt von der ersten Skizze bis zur fertigen Installation. Jetzt Kontakt aufnehmen und gemeinsam die optimale Luftverteilung für Ihr Mehrfamilienhaus planen.

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