Die Qualität der Luftverteilung in Wohnräumen lässt sich durch mehrere messbare Größen objektiv bewerten: Luftgeschwindigkeit, Temperaturgleichmäßigkeit, CO₂-Konzentration und Zugfreiheit sind die zentralen Parameter. Für eine vollständige Beurteilung müssen diese Werte an mehreren Punkten im Raum erfasst und mit anerkannten Normen abgeglichen werden. Die folgenden Abschnitte erläutern, welche Messgrößen relevant sind, wie die Messung praktisch abläuft und welche Rolle das eingesetzte Luftverteilungssystem dabei spielt.
Welche Messgrößen beschreiben die Qualität der Luftverteilung?
Die Qualität der Luftverteilung in Wohnräumen wird durch vier Hauptgrößen beschrieben: Luftgeschwindigkeit, Temperaturgleichmäßigkeit, CO₂-Konzentration und Zugfreiheit. Diese Parameter geben gemeinsam Auskunft darüber, ob die Raumluft gleichmäßig verteilt wird, ob Schadstoffe ausreichend abgeführt werden und ob sich Personen im Raum thermisch behaglich fühlen.
Kein einzelner Wert reicht aus, um die Luftverteilungsqualität vollständig zu beurteilen. Ein Raum kann eine niedrige CO₂-Konzentration aufweisen und trotzdem unter ungleichmäßiger Temperaturverteilung oder störenden Luftzugerscheinungen leiden. Erst das Zusammenspiel aller Messgrößen ergibt ein belastbares Bild der tatsächlichen Raumluftqualität.
- Luftgeschwindigkeit: Gibt an, mit welcher Strömungsgeschwindigkeit die Luft im Aufenthaltsbereich ankommt
- Operative Temperatur / Temperaturgleichmäßigkeit: Beschreibt, wie gleichmäßig die Wärme oder Kühle im Raum verteilt ist
- CO₂-Konzentration: Zeigt, ob die Frischluftversorgung ausreichend ist und Schadstoffe abtransportiert werden
- Zugfreiheit (Draught Rating): Bewertet das subjektive Zugempfinden auf Basis von Luftgeschwindigkeit, Temperatur und Turbulenzgrad
Wie misst man Luftgeschwindigkeit und Zugfreiheit im Raum?
Luftgeschwindigkeit und Zugfreiheit werden mit Thermoanemometern oder Hitzdrahtanemometern gemessen, die Strömungsgeschwindigkeiten bis in den Bereich von 0,05 m/s erfassen können. Die Messung erfolgt an mehreren definierten Punkten im Aufenthaltsbereich, typischerweise in Knöchel-, Bauch- und Kopfhöhe sitzender oder stehender Personen.
Für die Bewertung der Zugfreiheit reicht die reine Geschwindigkeitsmessung nicht aus. Das sogenannte Draught Rating (DR) nach ISO 7730 kombiniert drei Faktoren: die mittlere Luftgeschwindigkeit, die lokale Lufttemperatur und den Turbulenzintensitätsgrad. Dieser zusammengesetzte Kennwert beschreibt, wie viel Prozent der Personen im Raum Zugerscheinungen als störend empfinden würden.
In der Praxis gelten folgende Richtwerte für den Aufenthaltsbereich:
- Luftgeschwindigkeit unter 0,15 m/s gilt als zugfrei und komfortabel
- Geschwindigkeiten zwischen 0,15 und 0,25 m/s sind tolerierbar, je nach Temperatur
- Über 0,25 m/s wird Zugluft von einem Großteil der Raumnutzer als unangenehm wahrgenommen
Besonders kritisch sind Bereiche in der Nähe von Luftauslässen und Außenwänden. Dort sollten Messungen immer mehrfach und bei verschiedenen Betriebszuständen der Lüftungsanlage durchgeführt werden, um belastbare Aussagen zu erhalten. textile Luftverteilung kann dabei helfen, Strömungsspitzen von Anfang an zu vermeiden.
Wie misst man die Temperaturgleichmäßigkeit in Wohnräumen?
Die Temperaturgleichmäßigkeit in Wohnräumen wird durch Mehrpunktmessungen mit kalibrierten Temperatursensoren ermittelt. Gemessen wird an mindestens drei Höhenpunkten (0,1 m, 1,1 m und 1,7 m über dem Boden) sowie an mehreren horizontalen Positionen im Raum, um vertikale und horizontale Temperaturgradienten zu erfassen.
Ein vertikaler Temperaturgradient von mehr als 3 Kelvin zwischen Knöchel- und Kopfhöhe gilt laut DIN EN ISO 7730 als thermisch unbehagliches Raumklima. Horizontale Temperaturunterschiede von mehr als 2 Kelvin zwischen verschiedenen Raumbereichen weisen auf eine unzureichende Luftverteilung hin.
Für eine aussagekräftige Messung empfiehlt es sich, die Temperaturwerte sowohl im Heiz- als auch im Kühlbetrieb zu erfassen, da Luftverteilungssysteme bei verschiedenen Betriebsmodi unterschiedliche Temperaturprofile erzeugen können. Datenlogger, die über mehrere Stunden kontinuierlich messen, liefern dabei zuverlässigere Ergebnisse als Stichprobenmessungen.
Was sagt der CO₂-Gehalt über die Luftverteilung aus?
Der CO₂-Gehalt der Raumluft ist ein direkter Indikator für die Frischluftversorgung und die Effizienz des Luftaustauschs. Steigt die CO₂-Konzentration dauerhaft über 1.000 ppm, ist die Lufterneuerung unzureichend. Werte über 1.500 ppm signalisieren eine deutlich schlechte Raumluftqualität, die Konzentrationsvermögen und Wohlbefinden messbar beeinträchtigt.
Allerdings sagt ein niedriger CO₂-Wert allein noch nichts über die gleichmäßige Verteilung der Frischluft aus. Es ist möglich, dass in einem Raum ausreichend Außenluft eingebracht wird, diese aber durch ungünstige Strömungsführung Kurzschlussströmungen bildet: Die Frischluft gelangt direkt zum Abluftauslass, ohne den Aufenthaltsbereich vollständig zu durchspülen. In diesem Fall bleibt der CO₂-Mittelwert niedrig, während in bestimmten Raumbereichen die Konzentration deutlich erhöht sein kann.
Für eine valide Aussage sollten CO₂-Sensoren deshalb an mehreren Positionen im Raum platziert werden, insbesondere in Bereichen mit geringer Luftbewegung wie Raumecken oder hinter Möbeln. Die Differenz zwischen den Messwerten verschiedener Positionen zeigt, wie gleichmäßig die Komfortlüftung tatsächlich arbeitet.
Welche Normen gelten für die Bewertung der Luftverteilungsqualität?
Für die Bewertung der Luftverteilungsqualität in Wohnräumen sind vor allem drei Normen maßgeblich: DIN EN ISO 7730 für thermische Behaglichkeit, DIN EN 16798 für die Energieeffizienz von Gebäuden und Raumlufttechnik sowie DIN 1946-6 speziell für die Wohnraumlüftung in Deutschland.
DIN EN ISO 7730: Thermische Behaglichkeit
Diese Norm definiert die Kriterien für thermische Behaglichkeit und legt Grenzwerte für Luftgeschwindigkeit, Temperaturgradienten und Strahlungsasymmetrie fest. Sie führt die PMV/PPD-Indizes ein, mit denen sich das vorhergesagte mittlere Behaglichkeitsempfinden und der Anteil unzufriedener Personen berechnen lassen. Für Wohnräume wird in der Regel Kategorie B oder C angestrebt.
DIN 1946-6: Lüftung von Wohnungen
Die DIN 1946-6 regelt die Planung, Ausführung und Inbetriebnahme von Lüftungsanlagen in Wohngebäuden in Deutschland. Sie legt Mindestluftwechselraten, Außenluftvolumenströme und Anforderungen an die Luftverteilung fest und ist für Neubauten sowie energetisch sanierte Gebäude verbindlich. Die Norm unterscheidet vier Lüftungsstufen von der Mindestlüftung bis zur Intensivlüftung.
Wie beeinflusst das Luftverteilungssystem die Messergebnisse?
Das eingesetzte Luftverteilungssystem hat einen entscheidenden Einfluss auf alle Messergebnisse, weil es die Strömungsführung, die Ausströmgeschwindigkeit und die Gleichmäßigkeit der Luftverteilung im Raum bestimmt. Konventionelle Punktauslässe erzeugen hohe lokale Strömungsgeschwindigkeiten und können Zugerscheinungen verursachen, während flächige Systeme die Luft großflächig und mit geringer Geschwindigkeit einbringen.
Bei textilen Luftverteilungssystemen tritt die Luft durch die permeable Oberfläche des Textilschlauchs gleichmäßig über die gesamte Länge aus. Die Ausströmgeschwindigkeit liegt dabei deutlich unter den kritischen Werten für Zugempfindungen, was sich direkt in niedrigen Draught-Rating-Werten und gleichmäßigen Temperaturprofilen niederschlägt. Dieses Prinzip macht textile Luftauslässe besonders geeignet für Räume, in denen sich Personen dauerhaft aufhalten.
Für die Messpraxis bedeutet das: Die Wahl des Luftverteilungssystems legt die Rahmenbedingungen für alle späteren Messungen fest. Ein gut geplantes System erzeugt von Beginn an günstige Strömungsverhältnisse, die sich in den Messwerten widerspiegeln. Ein schlecht ausgelegtes System lässt sich auch durch nachträgliche Korrekturen nur begrenzt verbessern. Wer ein Luftverteilungssystem plant, sollte deshalb frühzeitig auf Systeme setzen, die eine gleichmäßige Luftströmung im Wohnraum von Anfang an sicherstellen.
Wie Kienzler Klima bei der Luftverteilung im Wohnraum unterstützt
Wir bei Kienzler Klima entwickeln und fertigen textile Lüftungssysteme, die von Grund auf auf gleichmäßige Luftverteilung ausgelegt sind. Mit mehr als 30 Jahren Erfahrung in der Luft- und Klimatechnik und einer Produktion ausschließlich in Deutschland liefern wir Lösungen, die in der Praxis messbar bessere Ergebnisse erzielen als konventionelle Blechsysteme.
Was uns dabei auszeichnet:
- Zugfreie Luftverteilung: Durch die permeable Textilstruktur tritt die Luft mit sehr geringer Geschwindigkeit über die gesamte Oberfläche aus, was Draught-Rating-Werte weit unter den Komfortgrenzen ermöglicht
- Gleichmäßige Temperaturprofile: Die flächige Lufteinbringung reduziert vertikale und horizontale Temperaturgradienten messbar
- Individuelle Auslegung: Jeder Textilluftschlauch wird für den konkreten Anwendungsfall berechnet und geplant, mit einer durchschnittlichen Produktionszeit von nur 14 Tagen
- Einsparungen von bis zu 60 %: Im Vergleich zu konventionellen Blechsystemen bei Material- und Installationskosten
- Cradle-to-Cradle-Zertifizierung: Für eine nachhaltige Lösung über den gesamten Produktlebenszyklus
Wenn Sie die Luftverteilungsqualität in Ihrem Wohnraum oder Gebäude verbessern möchten, sprechen Sie uns an. Nehmen Sie Kontakt auf und wir beraten Sie zu den passenden Lösungen für Ihr Projekt.

